Von Royan nach Orleans

Von Royan fahre ich etwas landeinwärts nach Nordosten, um die Loire zu erreichen. Hier kann man oder auch nicht, die vielen Schlösser und damit den Reichtum des (ehemaligen) französischen Adels bewundern. Es ist keine klassische Fahrradstrecke und ich muss sehr oft auf den normalen Überlandstraßen fahren.

Die erste sehenswerte Stadt ist Saintes.

Das Amphitehater in Saintes

Saintes an der Charente war im römischen Reich immerhin die Hauptstadt der Saintonge, Das kann man an den Ausgrabungen noch erkennen. Das wuchtige Amphitheater war eines der monumentalsten Theater, welches die Römer damals erbaut haben. Heute ist die Stadt eine eher unbedeutende, aber sehr sehenswerte Stadt, vielleicht noch bekannt durch eben diese Ausgrabungen als alte Kulturstadt der Saintogne.

Felsenhöhlen an der Loire (1)

Auf dem Weg von Saintes nach Saumur an der Loire passierte ich u.a. Niort, Parthenay, Thouars. Diese Stätte liegen im Landesinneren und die Landschaften sind geprägt von einer großflächigen Landwirtschaft und vor allem den ländlichem Strukturwandel. Die Dörfer sterben aus, weil die Infrastruktur ausstirbt. Das aber kennen wir auch in Deutschland, speziell Niederbayern.

Die Städte selbst aber sind total sehenswert, speziell Thouars, welches sich bereits im Einzugsbereich der weiteren Loire befindet. Hier kann man bereits des öfteren den Pruk der alten Schlösser sehen, wie z.B in Montreuil-Bellay.

Felsenhöhlen an der Loire (2)

An der Loire sind drei Dinge zu sehen: alte, reiche Städte (Saumur, Tours, Amboise, Blois, Orleans), viele Burgen (es sind wirklich viele, jede hatte ihr kleines Reich zu verwalten) und die wunderschönen Felsenhöhlen, die heute überwiegend als Kunstateliers und Sektkellereien verwendet werden.

Das Schloss von Saumur (Loire)
Das Schloss von Amboise
Die Kathedrale von Blois
AKW bei Blois
Die Kathedrale von Orleans,
Trambahnen mit induktiver Stromzufuhr

Von Hendaye nach Royan

Ich komme von San Sebastian /Donostia und fahre an der Küste nach Norden Richtung Royan. Es ist die Strecke des EuroVelo 1 und umfasst ungefähr 380 km. Ein absolutes Highlight für alle Tourenradler, finde ich.

Die Steilküste im Golf von Biscaya

Biscaya ist die Bucht um San Sebastian bis Bayonne. Sie ist geprägt von einer Steilküste. Auf der Westseite in Frankreich kann man abends wunderbare Sonnenuntergänge beobachten.

Durch die Gascogne an der Küste entlang

Die ‚Les Landes‘ bestehen aus aufgeforstetem Kiefernwald. Kleine Fahrradwege durch den Wald erlauben es, auf dem EuroVelo1 (in Frankreich auch Velodyssée genannt) weg ca 200 km nach Norden zu radeln. Die Gegend ist stark bedroht durch Waldbrände. Sehr imponiert hat mir daher, welche Maßnahmen ergriffen wurden, um die Gefahr einzudämmen. Neben großen Schneisen sind vor allem Baumerdbeere angepflanzt worden. Diese sind immergrüne Bäume und dämpfen eine Fortpflanzung des Brandes deutlich.

…im Wald 200 km lang – in der Gasgogne – die EuroVelo 1
Baumerdbeeren werden gegen die Waldbrandgefahr angepflanzt
Erhabene Düne – hier in Pyla, Europas höchste Düne

Vor der Bucht von Arcachon – Europas größte Austernbänke- wieder ein Superlativ: die höchste Düne Europas – Pyla. Sie wandert langsam landeinwärts. Unvergessen der Sonnenuntergang auf dem Gipfel der Düne.

Die Kanonenbatteri Fort des Arros Soulac, die die deutsche Marine 1942 erbaut hat und deren Erstürmung durch die französischen Kräfte im April 1945 ca 1000 Soldaten auf beiden Seiten das Leben gekostet hat.

Die Küste von Bayonne nach Royan ist voll von Bunker, die die deutsche Marine in den 40-50- Jahren gebaut hat. Eine gut erhaltene Kanonenbatterie kann man in Soulac-sur-Mer sehen. Sie ist als Denkmal ausgebaut und ein gutes Wahrzeichen über die Sinnlosigkeit des 2. Weltkrieges. Der Bunker war so gebaut, dass er nur in Richtung See verteidigen konnte. Bei der Eroberung durch französische Truppen im April 1945 starben ca 1000 Soldaten auf beiden Seiten. Man frägt sich zurecht: warum?

Am Mittelmeer

Am Mittelmeer in La Grande Motte angekommen. Von hier aus geht es nach Westen Richtung Spanien

Am Meer in La Grande Motte

Am Mittelmeer angekommen. Ab jetzt wechseln sich die Lagunen und Sandstrände ab. Aber die Stranddörfer sind Urlaubsunterkünfte, die meisten für Besuchern der großen Städten Nîmes, Montpellier und Narbonne.

Die Voies vertes durch die Étangs im Süden
Am Canal du Midi
Große Lagunen bei Leucate
Via Domitia über die Pyrenäen bei Villeneuve-de-la-Raho

Ein Fahrradweg schlängelt sich von Perpignan die Pyrenäen hoch. Vorher erreicht man noch den Ausflugsort Villeneuve-de-la-Raho, ein großer Baggersee mit einem Fitnesspark. Es ist der alte römische Handelsweg Via Domitia. Oben auf dem Gipfel beginnt Spanien.